
| YOCANTO |
YOCANTO mit Nathalie Korcz “Mein größter Dank gilt dem wunderbaren, großen spanischen Künstler Peret für seine Inspiration, die Rumba Catalana, sein Lebensgefühl und seine Texte in deutscher Sprache zu singen und in die Welt zu tragen.“ Dies sagt die seit 1999 auf Mallorca lebende Sängerin Nathalie Korcz voller Dankbarkeit. Seit 2006 ist Nathalie Korcz mit Toni Orell, einem mallorquinischen Witwer, verheiratet. Für ihn übersetzt sie nun seit 6 Jahren englischsprachige Songs ins Spanische, denn das reine Musikhören reichte ihm nicht. Auf einer Reise nach Sevilla entdeckte die vielseitige Sängerin ihre Liebe zum Flamenco und zur Leidensfähigkeit der Spanier - im positiven wie im negativen Sinne. Hörbare, auch den Westeuropäer ansprechende Flamenco-Rhythmen, berührten ihr Herz und sie wollte mehr davon. Ihr Mann machte sie auf einen Sänger namens Peret aufmerksam und meinte, dass ihr diese Musik mit Sicherheit gefallen würde. Auf einmal war in ihrem Leben nichts mehr so wichtig wie die Rumba Catalana von Peret. Nächtelang saß die quirlige Sängerin auf ihrer Landfinca am Computer und suchte im Internet alles, was sie zu diesem Künstler finden konnte und sie entdeckte, dass sie damit voll ins Schwarze getroffen hatte: „Während ich als Kölner Auswanderin auf meiner Finca den Rythmen Perets huldigte, hatte dieser gerade sein Revival in Barcelona und junge Bands spielen seine zum Teil 40 Jahre alten Songs in den Kneipen Barcelonas. Ich war mir sicher, dass viele Deutsche die schönen, lustigen Texte nicht verstehen und so übersetzte ich alle Songtexte vom Spanischen ins Deutsche,“ so die vielseitige Sängerin. Peret ist der James Brown der Rumba Catalana, der schon in den 1960er und 70er Jahren die ersten deutschen Touristen in Spanien mit seiner Musik begeisterte. Gitarristen flippen aus, weil sie die Riffe und percussionsartigen Anschläge nicht spielen können. Mit seiner Gitarre, seinem Gesang und dem Klatschen seiner Hände verbreitet er eine unglaubliche Stimmung und Atmosphäre. In einem Interview wurde er gefragt, wie denn unterschiedliche Nationalitäten auf seine Musik reagieren würden und er sagte: „Selbst die Deutschen habe ich zum Tanzen gebracht.“ Sein Erfolg mit dem Lied „Borrequito como tu“ beweist es. Wer Peret ist, weiß hier kaum jemand, aber sobald der „Borrequito“ angestimmt wird, erinnern sie sich alle an ihre Jugend und an ihre ersten Urlaube in Spanien. Nathalie Korcz, vom „Virus Peret“ infiziert und mit ihrer Vision einer Band, die diese Musik und dieses Lebensgefühl mit deutschen Texten erzeugen kann, zog über alle mallorquinischen Flohmärkte, um dort viele Zigeunerhändler anzusprechen, ob sie Gitarre spielen könnten. So, wie man den richtigen Blues nur in Amerika spielen kann, kam für sie nur ein Zigeuner als Gitarrist in Frage. Ihre Erläuterungen den Musikern gegenüber, dass sie die Rumba Catalana auf Deutsch singen wolle, rief bei allen großes Erstaunen, aber interessanterweise auch Begeisterung hervor. Nach relativ kurzer Zeit fand sie Queco, den ersten Zigeuner, der an sie glaubte. Dann kam der Gitarrist Toni Cruz Saavedra hinzu, der sie auch im Trio begleitet. Diego der dritte Zigeuner und Nermin, die das Leben so leicht nehmen wie eine Rumba Catalana haben Nathalie Korcz als Prima (Cousine) mit in ihre Familie aufgenommen. „Ich bin auch eine Prima, weil ich seine Musik mag und weil ich relativ tolerant und offen durch die Gegend und durch mein Leben laufe. Das ist Peret, Peret ist Zigeuner, liebt das Leben und die Menschen.” lacht sie augenzwinkernd. Peret’s
Texte sind zum Teil ironisch, gesellschaftskritisch, nie anmaßend und machen
immer Spaß. „Alegria“ – Freude ist sein Lebensmotto und auch ihres. Es ist der
Lebensinhalt der Spanier und ist genau das, weshalb so viele Deutsche nach
Spanien kommen, es aber oft nicht leben können. Wer von uns hört schon gerne
die Worte: “Ich werde ich das morgen erledigen.” Oder “Kümmere Dich nicht drum,
das wird schon.” Für Nathalie Korcz als Rheinländerin ist das schon eher
lebbar, ist sie doch mit dem „Kölschen Grundgesetz“ groß geworden. (z.B. „Et hätt
noch immer jot jegange.” Auf
Rumba Catalana “No te preocupes”. Auf Hochdeutsch: “Alles wird gut. “) Soul
Music ist die Seelenmusik der Schwarzen und die Rumba Catalana ist die
Seelenmusik der Spanier. Nathalie Korcz sagt dazu: „Ich kann auch nicht mehr
davon singen, dass ich arm bin und Baumwolle pflücke, Ich kann aber auf deutsch und zu dieser Musik gut
Geschichten von Menschen singen, ohne
dass es gleich so ein unglaublicher Herzschmerz sein muss. Gut gespielte Musik,
Gitarren mit Rhythmus, einfacher Gesang, dies ist genau das, was mich interessiert.
Lustige, ironische Texte gibt es auch auf Deutsch, aber nicht unterlegt mit
diesen Beats und dem ständigen Zwang mit den Füßen zu klappern.“ Spanien bedeutet Lachen, alles nicht so Ernst zu nehmen, Nach außen hin Machismo, aber in Wirklichkeit regieren die Frauen und es bedeutet, sich einfach irgendwo hinzustellen und eine Rumba Catalana zu spielen und Geschichten zu erzählen. |
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